Je älter man wird, desto leichter verwechselt man erhöhten Blutdruck mit Leidenschaft.

- Friedrich Hollaender (1896-1976), dt. Komponist

Bluthochdruck

Was es mit dem Blutdruck auf sich hat

Der Blutdruck ist der Druck, mit dem das Blut durch die Arterien fließt, so dass es unsere Zellen und Organe überall im Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen kann. Stellen Sie sich ein Auto vor, das mit einer bestimmten Geschwindigkeit auf der Straße fährt.
Das Blut wird durch die Pumpbewegungen des Herzens in Bewegung gesetzt. Wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, wird sauerstoffangereichertes Blut mit Druck in die Gefäße gepumpt. Das Herz „gibt Gas.“ Gleichzeitig bieten die Arterien einen gewissen Widerstand, der dafür sorgt, dass das Blut nicht irgendwo hin, sondern in den Adern weiterfließt. Der Moment, in dem der Duck am stärksten ist, wird durch den oberen Wert, den sog. systolischen Blutdruckwert, angezeigt. Im Anschluss erschlafft der Herzmuskel kurzzeitig, um sich wieder mit Blut zu füllen. Er „bremst“ ab. Der druckärmste Punkt dieser Entspannungsphase wird als diastolischerBlutdruckwert (unterer Wert) bezeichnet. Die beiden Werte und ihr Verhältnis zueinander geben Aufschluss über einen gesunden oder ungesunden Blutdruck.

Was man unter „normalen“ Blutdruckwerte versteht

Auf einer Landstraße fährt man mit einer anderen Geschwindigkeit als auf der Autobahn. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Blutdruck: Die Werte sind keineswegs immer gleichmäßig. Sie verändern sich im Laufe des Lebens, sogar im Verlauf des Tages und sind häufig situationsbedingt. Bei körperlicher Anstrengung oder starker seelischer Belastung kann der Blutdruck vorübergehend ansteigen. In den nächtlichen Ruhephasen sinkt er ab. All das ist normal. Anlass zu Besorgnis ist erst dann geboten, wenn der Blutdruck sehr häufig oder dauerhaft außerhalb der Norm liegt.

Doch was ist die Norm?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einem Normalwert, wenn der systolische/obere Wert 139 mmHg und der diastolische/untere Wert 89 mmHg nicht übersteigt. Idealerweise liegt das Verhältnis für einen gesunden Erwachsenen bei 120 zu 80 mmHg.
Von Bluthochdruck spricht man, wenn auch in Ruhephasen regelmäßig ein systolischer Wert von 140 mmHg, sowie ein diastolischer Wert von 90 mmHg messbar ist.

In höherem Alter darf der Blutdruck grundsätzlich etwas höher sein als 120/80 mmHg. Er sollte aber dennoch nicht die Grenzwerte von 140/90 mmHg überschreiten.

Um Ihren eigenen Blutdruck richtig einschätzen zu können, sollten Sie ihn regelmäßig messen!

Was man unter arterieller Hypertonie versteht

Wenn wir im täglichen Sprachgebrauch von Bluthochdruck reden, meinen wir damit die arterielle Hypertonie. Das heißt es herrscht ständiger Hochdruck in den Arterien. Dieser richtet auf Dauer großen Schaden bei Gefäßen und Organen an.

Warum Bluthochdruck gefährlich ist

Menschen mit Bluthochdruck (med. arterielle Hypertonie) leben sehr gefährlich. Ein zu hoher Druck überlastet auf Dauer Herz und Gefäße. Damit steigt in der Folge auch das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder andere Organschäden davonzutragen.


Nicht umsonst spricht man im Zusammenhang mit Bluthochdruck häufig von der meistunterschätzten Volkskrankheit: Rund 35 Mio. Deutsche sind betroffen. Aber nur knapp die Hälfte weiß von ihrer Hypertonie und kann etwas dagegen unternehmen. Viele Menschen leiden unter Bluthochdruck ohne davon zu wissen, da die Krankheit keine spezifischen Symptome aufweist. Oft verursacht Bluthochdruck jahre- oder jahrzehntelang keine Beschwerden und wird erst dann entdeckt, wenn bereits Schäden an Gefäßen und Organen wie Gehirn, Herz, Nieren oder Augen entstanden sind. Auf das sprichwörtliche Bauchgefühl kann man sich hier leider nicht verlassen. Es hilft nur seine Blutdruckwerte zu kennen und regelmäßig selbst zu kontrollieren oder diese beim Arzt oder in der Apotheke checken zu lassen.


Die europäische Leitlinie zur arteriellen Hypertonie empfiehlt seit 2007 ausdrücklich die Blutdruck-Selbstmessung. Im Idealfall sollte jeder Haushalt mit einem geeigneten, geprüften Blutdruckmessgerät ausgestattet sein.


Um die schwerwiegenden Risiken von Bluthochdruck zu vermeiden, ist es wichtig, sich mit dem Thema Bluthochdruck auseinanderzusetzen. Wenn Sie verstehen, was sich in Ihrem Körper abspielt, ist es sehr viel einfacher, Risikofaktoren richtig einzuschätzen und sich zu schützen. Unser Wegweiser Blutdruck soll Ihnen dabei helfen!

Was bei Bluthochdruck passiert

Wenn das Blut dauerhaft mit zu hohem Druck durch den Körper gepresst wird, weiten sich die Gefäße, damit ausreichend Blut im Körper zirkulieren kann. Allerdings fließt das Blut dann nicht mehr gleichmäßig, sondern beginnt, in den Gefäßerweiterungen zu strudeln. Diese Strudel oder Verwirbelungen führen dazu, dass sich an den Gefäßwänden Blutfette ablagern und damit immer größere Fettansammlungen entstehen. Die Folge: Arterienverkalkung (med. Arteriosklerose). Die Gefäße werden durch die Ablagerungen verengt. Dadurch wird der Druck vor den Engstellen immer stärker, während dahinter zu wenig sauerstoffreiches Blut ankommt: Es „staut“ sich.
Die Folgen sind fatal:

  • Die Durchblutungsstörungen können zu Sauerstoffunterversorgung und massiven Organschädigungen führen.
  • Für den Herzmuskel bedeuten diese Staus eine enorme Anstrengung, denn er muss stärker pumpen um Zellen und Organe mit ausreichend Blut zu versorgen.
  • Durch die Verwirbelungen und den Druck vor der Verengung besteht die Gefahr, dass sich Gerinnsel lösen, die in Richtung Gehirn und Herz geschwemmt werden und einen Infarkt auslösen können.

Zu den gefährlichsten Folgeerkrankungen von Bluthochdruck gehören entsprechend Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) oder Nierenversagen. Eine Übersicht zu den Folge- und Begleiterkrankungen finden Sie unter dem Menüpunkt Downloads.

Weitere Informationen !
Factsheet Risikofaktoren

Ursachen

Was Bluthochdruck verursacht

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Hypertonie. Unter welcher Art von Bluthochdruck man leidet hängt von den Ursachen ab:

  • Wesentliche Ursachen für die primäre Hypertonie sind erbliche Veranlagung, metabolisches Syndrom oder ein ungesunder Lebensstil.
  • Von sekundärer Hypertonie spricht man, wenn dem Bluthochdruck z.B. hormonelle Erkrankungen, Nieren- und Gefäßerkrankungen oder auch eine Medikamenteneinnahme zu Grunde liegen. Knapp 10% der Patienten leiden an sekundärer Hypertonie.

Bei den meisten Patienten (90%) liegt eine primäre Hypertonie vor.

Übergewicht
Mehr Körpermasse bedeutet mehr Aufwand für das Herz um Körperzellen und Organe mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut zu versorgen. Außerdem werden in den Fettzellen Moleküle produziert, die das Herz-Kreislaufsystem und die Nieren beeinflussen können.
Bewegungsmangel
Wenig Bewegung reduziert die Fitness des Körpers. Mit der Zeit verengen sich die Blutgefäße. Das Herz muss mehr leisten um dieselbe Menge Blut durch die verengten Gefäße zu pumpen. Mehr Bewegung führt zu einer Weitung der Blutgefäße: Das Blut kann wieder leichter fließen.
Zu viel Stress
Stress ist mit einer gesteigerten Aktivität des Sympathikus-Nervs verbunden. Dieser sorgt dafür, dass das Stresshormon Adrenalin vermehrt ausgeschüttet wird. Adrenalin erhöht sofort den Blutdruck, da die Arterienwände angespannt, die Pumpleistung des Herzens gesteigert und der Puls beschleunigt wird.
Zu viel Alkohol
Alkohol aktiviert das vegetative Nervensystem: Das Herz schlägt in der Folge schneller und pumpt mehr Blut.
Zu viel Salz
Salz fördert die Bildung von Botenstoffen in der Muskulatur der Blutgefäße. Diese Botenstoffe sorgen dafür, dass sich die Muskelzellen zusammenziehen. Der Durchmesser der Gefäße wird also kleiner und das Herz muss stärker arbeiten. Der Blutdruck steigt.
Zu hoher Cholesterinspiegel
Cholesterin ist ein Risikofaktor für Arterienverkalkung. Bei zu hohen Werten des schädlichen LDL-Cholesterins kommt es zu Ablagerungen in den Gefäßwänden. Dadurch steigt die Druckbelastung, weil der Blutfluss durch die Ablagerungen gestört wird und das Herz stärker arbeiten muss.
Rauchen
Nikotin aktiviert, ähnlich wie Stress, den Sympathikus. Dadurch steigt die Herzfrequenz und die Blutgefäße verengen sich. Das führt zu einem Anstieg des Blutdrucks, weil das Herz schneller und stärker pumpen muss.
Auch Diabetes ist ein Risikofaktor: Rund 80% aller Typ-2-Diabetiker leiden unter erhöhten Blutdruckwerten.

Testen Sie Ihr Risiko selbst !
zum Online-Risiko Check

Vorbeugen und Behandeln

Was Sie für Ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit tun können

Das effektivste Mittel gegen Bluthochdruck ist eine gesunde Lebensweise. Für Patienten geht dies oft mit Änderungen im Lebensstil einher: Neue Dinge müssen ausprobiert, alte Gewohnheiten abgelegt werden. Dieser Prozess ist nicht immer einfach, aber er lohnt sich: Ein leichter Bluthochdruck lässt sich so oft schon auf normale Werte bringen. Bei deutlichem Hochdruck kann durch eine Änderung des Lebensstils erreicht werden, dass weniger Medikamente eingenommen werden müssen.
Ein gesunder Lebensstil bedeutet in erster Linie: Normalgewicht anstreben, nur mäßiger Alkoholgenuss und kein Nikotin, gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Betätigung, bewusste Pausen für Erholung und Entspannung einplanen. Damit sie die Ausfahrt in Richtung Gesundheit nicht verpassen, finden Sie hier im Wegweiser einige Tipps, die Ihnen bei der Lebensstiländerung helfen können.
Das Wichtigste dabei ist die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks, um Schwankungen erkennen und deuten zu können.

Was man unter „gesunder Lebensweise“ versteht

Vorfahrt gilt nicht nur für Ausdauersport und gesunde Ernährung. Zu einer „gesunden Lebensweise“ gehört eine Vielzahl von Dingen, die Sie in der Hand haben. Gewohnheiten zu ändern ist nicht immer einfach. Es gehört viel Selbstdisziplin dazu. Überfordern Sie sich daher nicht! Ziel muss es sein, ihr Verhalten Schritt für Schritt zu ändern.

Stress ist einer der wichtigsten Risikofaktoren bei Bluthochdruck. Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob es sich um körperlichen oder seelischen Stress, beruflichen oder privaten Druck handelt. Dem Stress aus dem Weg zu gehen ist oftmals leichter gesagt als getan. Aber es gibt ein paar Tipps zum Stressabbau, die sich in den Alltag integrieren lassen:

  • Achten Sie darauf genügend Schlaf zu bekommen und gehen Sie frühzeitig ins Bett.
  • Planen Sie gezielt Erholungsphasen ein, z.B. einen abendlichen Spaziergang oder eine Stunde Lesen auf der Couch.
  • Erlernen Sie Techniken zur Stressbewältigung, wie z.B. autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelrelaxation. Häufig denkt man, dass man sich am besten auf der Couch vor dem Fernseher entspannt. Aber das ist ein Trugschluss, denn Faulenzen ist nur eine andere Form der Ablenkung. Ziel sollte es dagegen sein, Spannung und Entspannung bewusst herbeiführen zu können. Dabei können z.B. Entspannungstechniken helfen.
  • So schwer es fällt, aber versuchen Sie auch mal „Nein“ zu sagen.
  • Fressen Sie Ärger nicht buchstäblich in sich hinein.
  • Ersetzen Sie Stress nicht durch Freizeitstress. Gönnen Sie sich genügend ruhige Minuten.
  • Gönnen Sie sich Urlaub: Fahren Sie lieber einmal im Jahr drei Wochen am Stück weg, als immer mal wieder hier und dort für ein paar Tage. Nur so können Sie richtig abschalten und fühlen sich erholt und ausgeruht.
Ein weiterer Risikofaktor bei Hypertonie ist Nikotin. Dass Rauchen gefährlich ist, ist mittlerweile keine Neuigkeit mehr. Trotzdem ist es wichtig, sich ab und zu die Gefahren, vor allem im Zusammenhang mit Bluthochdruck, vor Augen zu führen: Es sterben mehr Raucher an Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems als an Lungenkrebs. Rauchen führt ebenfalls zu Arterienverkalkung und bereits eine Zigarette erhöht den Blutdruck bis zu zwei Stunden lang. Schafft man es aufzuhören, so verbessern sich Sauerstoffversorgung, Blutzirkulation und körperliches Wohlbefinden. Nach zwei Jahren ist das Herzinfarktrisiko wieder auf normale Werte gesunken.

Was Blutdruck mit Bewegung zu tun hat

Wer einer Umleitung folgt, muss einen längeren Weg in Kauf nehmen. Man muss sich mehr bewegen um letztendlich am Ziel anzukommen. Ähnlich verhält es sich bei Bluthochdruck: Bewegungsmangel ist einer der mächtigsten Risikofaktoren für Hypertonie. Mehr Bewegung und vor allem Ausdauersport sind die Umleitung, die Sie auf dem Weg zu mehr Gesundheit nehmen müssen.

Sport ist Training für die Blutgefäße, denn je länger und öfter man Sport treibt, umso mehr weiten sich die Blutgefäße. Das Blut kann dann wieder ungestört fließen und die Blutdruckwerte sinken. Doch das ist noch längst nicht alles: Regelmäßige Bewegung macht den Körper fit, reduziert Pulsfrequenz und Gewicht und sorgt dafür, dass sich Muskeln aufbauen. Über den Schweiß wird Salz ausgeschieden und die Cholesterinwerte bessern sich. Sport wirkt sich außerdem positiv auf die geistigen Fähigkeiten aus und hilft beim Stressabbau.

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass regelmäßige Bewegung den Zivilisationskrankheiten, wie Bluthochdruck oder metabolisches Syndrom, vorbeugt. Um den Bluthochdruck in den Griff zu bekommen eignen sich besonders Ausdauersportarten, wie z.B. Wandern, Radfahren, Joggen oder Walken. Als Faustregel für ein moderates Ausdauertraining gelten drei bis vier Trainingseinheiten à 40 Minuten pro Woche. Grundsätzlich gilt: Man sollte es beim Sport auch nicht übertreiben! Wer sich dabei noch unterhalten kann, vermeidet Überlastung.

Sport ist auch nicht gleich Sport: Bei Bluthochdruck sollten Sie lieber keine Sportarten mit hohem Kraftaufwand oder Wettkampfcharakter (z.B. Ballspiele, Kampfsport oder Bodybuilding) ausüben.

Aber nicht jeder kann sich gleich einem solchen Trainingsplan stellen. Wer durch Alter oder Gewicht eingeschränkt ist, der sollte zumindest versuchen so viel Bewegung wie möglich im Alltag unterzubringen. Ein gutes Beispiel: Wer täglich 10.000 Schritte geht, senkt den Blutdruck, halbiert das Risiko einer Herzerkrankung und vermindert die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden oder an Diabetes zu erkranken. Als Motivation und damit Sie Ihre getanen Schritte im Blick behalten, können Schrittzähler, wie der Walking Style helfen.

Wie man Blutdruck über die Ernährung beeinflussen kann

„Der Mensch ist, was er isst“: Kein anderes Sprichwort trifft den Sachverhalt so gut wie dieses. Auf die richtige Auswahl und Zusammensetzung der täglichen Nahrung kommt es also an, denn jedes überflüssige Kilo Körperfett bedeutet Mehrarbeit für das Herz.
Diese Tipps sollten Sie sich, im wahrsten Sinne des Wortes, zu Herzen nehmen:
  • Essen Sie viel Obst und Gemüse. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt min. drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst pro Tag.
  • Steigen Sie auf Vollkornprodukte um, denn diese liefern wertvolle Inhaltsstoffe und machen länger satt.
  • Ersetzen Sie fettreiche durch fettarme Produkte. Achten Sie außerdem darauf, genügend mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu sich zu nehmen.
  • Reduzieren Sie den Verbrauch von Kochsalz. Mit Kräutern lässt sich ebenso gut würzen. Vermeiden Sie außerdem stark salzhaltige Lebensmittel, wie Suppenwürfel, Wurstwaren, Knabbergebäck oder Mineralwasser mit hohem Natriumgehalt.
  • Orientieren Sie sich an der typischen Mittelmeerkost. Diese enthält viel Gemüse, Fisch, Reis, Nudeln und hochwertiges Olivenöl und gilt als eine der gesündesten der Welt.
  • Trinken Sie Alkohol nur in Maßen.
  • Schränken Sie Ihren Koffeinkonsum ein. Risikopatienten sollten maximal drei Tassen Kaffee am Tag trinken.
Die Ernährung ist der Schlüssel zu einer gesunden Lebensweise. Das ist eigentlich auch nicht weiter überraschend: Bei einem Benziner dürfen Sie auch kein Diesel tanken!

Wie Bluthochdruck medikamentös behandelt werden kann

Menschen, bei denen der Bluthochdruck durch nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht ausreichend gesenkt werden kann, haben die Möglichkeit, auf Medikamente zurückzugreifen. Hierzu stehen unterschiedliche Medikamentengruppen zur Verfügung.

ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer):

Die Wirkung von ACE-Hemmern beruht auf der Hemmung eines Enzyms, das die Bildung des Botenstoffs Angiotensin II aus Angiotensin I ermöglicht. Angiotensin II wirkt durch die Verengung der Blutgefäße direkt blutdruckerhöhend und hemmt indirekt die Ausscheidung von Wasser und Natrium.

AT-II-Antagonisten (Angiotensin-II-Antagonisten):

Die Angiotensin-2-Antagonisten, auch Sartane genannt, haben eine blutdrucksenkende Wirkung, indem sie das Angiotensin an seinem Wirkort verdrängen. Angiotensin kann so seine Wirkung in Form einer Gefäßverengung nicht entfalten. Außerdem führen die AT-II-Antagonisten zu einer geringeren Freisetzung von Aldosteron, einem Hormon, das den Blutdruck steigen lässt.

Betablocker:

Betablocker werden seit ca. 50 Jahren zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt und sind damit das älteste Medikament in diesem Bereich. Betablocker gehören zu den Andrenorezeptorenblockern. Sie blockieren die Beta-Rezeptoren am Herzen, wodurch körpereigene Substanzen wie beispielsweise Adrenalin, die das Herz-Kreislauf-System anregen, nicht mehr durchkommen. In der Folge verlangsamt sich der Herzschlag, und der Blutdruck sinkt.

Diuretika:

Diuretika, im Volksmund auch „Wassertabletten“ genannt, regen die Nieren an, sodass es zu einer gesteigerten Ausscheidung von Wasser und Salz kommt. Die Flüssigkeitsmenge im Körper und damit auch das Blutvolumen sinken und das Herz muss weniger stark pumpen. Der Blutdruck sinkt.

Kalziumantagonisten:

Durch Kalzium spannen sich die Muskelzellen an den Wänden der Blutgefäße und verengen die Gefäße. Kalziumantagonisten bremsen die Wirkung des Kalziums, wodurch dieser Mechanismus unterbrochen wird und die Gefäße „entspannen“ und weit bleiben.


Oben